Kurz gesagt
- Für LQ prüfst du die Menge jedes Innengefäßes gegen ADR-Tabelle A, Spalte 7a, und das fertige Versandstück gegen seine Bruttogrenze: normalerweise 30 kg im Karton oder 20 kg auf einer zulässigen folierten Trägerverpackung. Die 1000-Punkte-Regel ist eine andere Freistellung und ersetzt diese Prüfung nicht.
- Eine Null in Spalte 7a bedeutet: Für diesen Eintrag ist der LQ-Weg ausgeschlossen, auch bei einer kleinen Bestellung.
- Liter im Gefäß, Kilogramm des fertigen Pakets und die gesamte Fahrzeugladung sind getrennte Größen.
- AirPost schließt Gefahrgüter aus. Plane darüber ausschließlich geeignete, nicht gefährliche Artikel deines Sortiments.
- AirPost ist ein Peer-to-Peer-Fulfillment-Netzwerk: Onlineshops lassen ihre Bestellungen von verifizierten Menschen in der Nähe ihrer Kunden verpacken und zum Paketshop bringen, die dafür von zu Hause aus pro Paket bezahlt werden. Kein Lager, keine Mindestbestellmenge.
Dein Shop bekommt eine Kundenbestellung mit mehreren Sprühdosen, einem Lackgebinde und Zubehör. Der Lieferant spricht von Kleinmengen; ein Rechner zeigt weniger als tausend Punkte. Das beantwortet noch nicht, ob du die Bestellung als LQ packen kannst. Zuerst brauchst du die genaue Produktzuordnung. Anschließend prüfst du die einzelnen Gefäße und den tatsächlichen Versandaufbau. Diese Reihenfolge verhindert, dass eine rechnerisch kleine Bestellung mit einer rechtlich passenden Verpackung verwechselt wird.
Warum beginnt die Berechnung bei der Artikelvariante?
Ein Shopname wie Reiniger oder Sprühlack ist keine ausreichende Transportbeschreibung. Beschaffe die Transportangaben für die konkrete Rezeptur und Gebindegröße. Eine UN-Nummer kann mehrere Einträge mit unterschiedlichen Eigenschaften haben. Dein Datensatz sollte deshalb auch die zugehörige Klasse, gegebenenfalls Verpackungsgruppe und die passende Tabellenzeile enthalten. Verwende die Entscheidung des Herstellers oder einer fachkundigen Stelle; aus dem Duft, der Produktfarbe oder dem Warnsymbol allein lässt sich die Zuordnung nicht zuverlässig herleiten.
Für deinen Arbeitsablauf ist die Artikelreferenz die Verbindung zwischen Einkauf, Bestellung und Versand. Eine neue Größe kann dieselbe Rezeptur enthalten und trotzdem eine andere Versandentscheidung auslösen. Halte technische Daten und verkaufte Größe zusammen. Ein nachfüllbarer Behälter, ein Originalgebinde und ein von dir abgefüllter Tester sind unterschiedliche Verpackungssituationen. Gib dem Packteam eine eindeutige Referenz, statt ihm die Auswahl einer vermeintlich ähnlichen Zeile im ADR zu überlassen.
Was rechnest du mit dem Wert in Spalte 7a?
ADR 3.4.1 verweist für die zulässige Menge je Innenverpackung oder Gegenstand auf Spalte 7a. Der Vergleich lautet daher: tatsächliche Menge im jeweiligen Gefäß kleiner oder gleich dem Wert des zutreffenden Eintrags. Bei einem Eintrag mit Null ist LQ nicht verfügbar. Die offizielle britische Regierungsübersicht erläutert diese beiden Punkte; der zugrunde liegende ADR-Text gilt für die internationale Straßenbeförderung zwischen den Vertragsparteien.
Nimm als reines Rechenmodell einen fachlich bestätigten Eintrag mit einem Liter je Innenverpackung. Drei Gefäße mit jeweils einem halben Liter bestehen diesen Mengenvergleich. Ein einzelnes Gefäß mit eineinhalb Litern besteht ihn nicht. In beiden Fällen ist die Gesamtmenge eineinhalb Liter. Du kannst das größere Gefäß deshalb nicht dadurch zulässig machen, dass du auf die gleiche Gesamtsumme im kleinen Karton verweist. Die Gefäßgrenze bleibt eine Einzelprüfung.
Speichere den Grenzwert mit seiner Einheit. Eine Gewichtsgrenze ist keine Volumengrenze. Bei Flüssigkeiten ersetzt ein bekanntes Artikelgewicht nicht automatisch die erforderliche Angabe in Litern. Ebenso wenig sagt das Volumen eines gefüllten Verkaufseimers, welches Bruttogewicht dein Versandstück erreicht. Wenn die Lieferantendaten nicht zu den Angaben auf dem Gebinde passen, halte den Artikel zurück und kläre den Widerspruch. Ein Taschenrechner kann fehlende technische Informationen nicht ergänzen.
Wann sind 30 kg richtig und wann nur 20 kg?
Der Verpackungsaufbau bestimmt die nächste Grenze. ADR 3.4.2 begrenzt die übliche zusammengesetzte Verpackung auf 30 kg Bruttomasse. Für die in 3.4.3 beschriebenen Trägerverpackungen mit Dehn- oder Schrumpffolie gilt 20 kg. Dazu kommen die dort genannten Anforderungen an den Aufbau; die niedrigere Grenze allein macht einen beliebigen folierten Stapel noch nicht zulässig. Das HSE-Handbuch zu Freistellungen stellt die beiden Packarten gegenüber.
| Prüffrage | Rechengröße | Was eine bestandene Prüfung offenlässt |
|---|---|---|
| Passt jedes Gefäß zum konkreten ADR-Eintrag? | Inhalt je Innengefäß gegen Spalte 7a | Stabilität und Gesamtgewicht der Verpackung |
| Wie schwer ist die zusammengesetzte Verpackung? | Fertige Bruttomasse gegen 30 kg | Gefäßgrenzen und Annahme des Dienstes |
| Ist eine folierte Trägerverpackung fachlich geeignet? | Fertige Bruttomasse gegen 20 kg | Zulässigkeit der konkreten Packart |
| Wird die gesamte Fahrzeugladung beurteilt? | Bruttomasse aller LQ-Versandstücke | Kennzeichnung des Fahrzeugs durch den Beförderer |
Wiege das verschlossene Versandstück einschließlich Ware, Gefäßen, Polster und Außenverpackung. Gerade bei Farbe oder konzentrierten Reinigern kann die Produktmenge weit unter einer Gefäßgrenze liegen, während das fertige Paket schwer wird. Wenn du bei jeder Bestellung andere Geschenkverpackungen hinzufügst, muss die endgültige Masse trotzdem stimmen. Nutze eine dokumentierte Packvariante mit genügend Abstand zur Grenze, statt dein Team bei jedem Auftrag bis zur letzten Grammzahl improvisieren zu lassen.
Ein weiteres Rechenmodell zeigt den Unterschied: Ein fertig folierter Träger mit 22 kg brutto überschreitet die genannte 20-kg-Grenze. Ein Karton mit derselben Bruttomasse liegt rechnerisch unter 30 kg. Der Wechsel zur anderen Packart kann deshalb eine andere Mengenprüfung ergeben, verlangt aber einen tatsächlich geeigneten und bestätigten Aufbau. Nur den Verpackungsnamen im Datensatz zu ändern genügt nicht. Ebenso wenig solltest du das Nettogewicht der Flaschen als fertige Masse eintragen, wenn der Karton, das Füllmaterial und die Verschlüsse in der Messung fehlen. Bewahre das Wiegeergebnis beim konkreten Packmuster auf.
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Kostenlos anmeldenSind LQ-Pakete Teil deiner 1000-Punkte-Rechnung?
Die Freistellung nach ADR 1.1.3.6 betrachtet die Mengen pro Beförderungseinheit und die zugeordneten Beförderungskategorien. LQ richtet sich nach Kapitel 3.4. Das HSE erklärt ausdrücklich, dass Versandstücke, die die LQ-Kriterien erfüllen, beim beschriebenen Kleinlastvergleich nicht mitgezählt werden. Daraus folgt für deine Organisation: Bestimme zuerst, welche Versandstücke wirklich LQ sind. Erst danach kann die zuständige Person die verbleibende Ladung im passenden anderen Verfahren beurteilen.
Du solltest deshalb keine Spalte mit der Überschrift Gefahrgutpunkte als universelle Freigabe für Kundenpakete verwenden. Ein Gefäß über seiner LQ-Grenze fällt nicht zurück in LQ, wenn ein Punkterechner ein kleines Ergebnis liefert. Es kann für eine andere, vollständig bestätigte Transportlösung infrage kommen. Dafür gelten jedoch deren Anforderungen an Verpackung, Dokumentation und Beförderung. Lass diese neue Entscheidung treffen, bevor du ein anderes Label kaufst oder die Verpackung mit einer LQ-Raute versiehst.
Warum fragt der Fahrer nach der Masse aller LQ-Kartons?
Die Fahrzeugprüfung ist eine zusätzliche Ebene. ADR 3.4.13 betrifft Beförderungseinheiten mit einer höchstzulässigen Gesamtmasse über zwölf Tonnen. Nach 3.4.14 kann auf die dortige Kennzeichnung verzichtet werden, wenn die Bruttogesamtmasse der LQ-Versandstücke acht Tonnen nicht überschreitet. Das sind Fahrzeuggrenzen, keine Erhöhung deiner Paketgrenze. Die Details und Fälle mit weiterer Gefahrgutladung stehen im amtlichen ADR 2025, Band II.
Für einen kleinen Shop wirkt diese Ladungsmenge weit entfernt. Dein Beförderer sammelt aber Sendungen verschiedener Absender. Er kann seine Prüfung nicht allein aus deinem Warenwert oder der Zahl deiner Bestellungen ableiten. Stelle daher die für deine Übergabe verlangten Masseangaben bereit. Trenne sie von der Frage, welche Kennzeichnung dein einzelner Karton braucht. Du brauchst keine eigene Annahme über den übrigen Lkw-Inhalt, sondern einen sauber vereinbarten Informationsweg mit der tatsächlichen Vertragspartei.
Wie machst du daraus eine brauchbare Packfreigabe?
Die genaue Tabellenzeile bestätigen lassen
Ordne Artikel, Größe und Transportdaten einem dokumentierten Eintrag zu. Ein unklarer oder fehlender Wert bleibt gesperrt.
Jedes Innengefäß vergleichen
Erfasse Inhalt und Einheit; prüfe jedes Gefäß gegen Spalte 7a, bevor du Summen der Bestellung bildest.
Packart und fertige Masse kontrollieren
Verwende den bestätigten Aufbau. Wiege die fertige Verpackung und nutze die dazugehörige Bruttogrenze.
Dienst und Übergabe bestätigen
Kläre Kennzeichnung, Informationen und Annahme mit dem Beförderer. Dokumentiere, unter welchem Vertrag der Auftrag läuft.
Diese Arbeitsfolge ist ein Organisationsvorschlag für deinen Shop, keine zusätzliche ADR-Vorschrift. Sie macht sichtbar, welche Entscheidung noch fehlt. Für den Ausdruck der Markierung kannst du anschließend die bestehende Erklärung zur LQ-Kennzeichnung verwenden. Übernimm daraus keine Produktfreigabe: Ein korrekt gedrucktes Symbol beantwortet eine andere Frage als die Menge im Gefäß. Bei einer neuen Lieferantenrezeptur beginnt die Artikelprüfung erneut.
Was kannst du für getrennte Zubehörbestellungen kalkulieren?
Ein ausdrücklich hypothetischer Auftrag enthält nur passende, nicht gefährliche Bürsten und Tücher. Vereinbarst du dafür die empfohlene kleine Packvergütung, ergibt der am 14. Oktober 2026 gelesene AirPost-Konstantenstand 2,25 € + 0,85 € = 3,10 € für Packvergütung und Plattform zusammen. Bei vier solchen getrennten Aufträgen sind es 12,40 €. Porto und Material fehlen noch; die Rechnung enthält keinen Gefahrgutpreis.
Die AirPost-Preisseite, abgerufen am 14. Oktober 2026, beschreibt das Plattformmodell. Über Versand auslagern kannst du geeignete Zubehörartikel separat organisieren. Gefahrgüter sind laut Produktcopy ausgeschlossen, auch wenn eine LQ-Freistellung besteht. Trenne deshalb Sortiment und Kostenentscheidung vor der Übergabe. Die Zubehörkalkulation sagt weder etwas über eine zulässige LQ-Verpackung noch über die Kosten eines spezialisierten Transportvertrags aus.
Häufige Fragen
Wie berechne ich Gefahrgut in begrenzten Mengen?
Vergleiche jedes Innengefäß mit Spalte 7a des passenden ADR-Eintrags. Prüfe anschließend die bestätigte Verpackungsart, ihre Bruttomasse, die Kennzeichnung und die Annahme beim Beförderer.
Sind begrenzte Mengen gleich der 1000-Punkte-Regel?
Nein. Kapitel 3.4 behandelt LQ; 1.1.3.6 behandelt Mengen je Beförderungseinheit nach Beförderungskategorien. Ein kleines Punktergebnis ersetzt keine LQ-Prüfung.
Gilt die LQ-Grenze pro Flasche oder pro Paket?
Der Wert in Spalte 7a gilt je Innenverpackung beziehungsweise Gegenstand. Daneben hat die Außenverpackung ihre eigene Bruttogrenze. Beide Bedingungen müssen passen.
Was bedeutet eine Null in Spalte 7a?
Der betreffende ADR-Eintrag darf nicht nach dem LQ-Kapitel befördert werden. Eine geringere Bestellmenge ändert daran nichts.
Darf ich ein freigestelltes LQ-Paket über AirPost buchen?
AirPost schließt Gefahrgüter aus. Das Rechenbeispiel gilt ausschließlich für getrennte, geeignete Zubehörbestellungen ohne gefährlichen Inhalt.
Quellen
- ASTRA: amtliches ADR 2025 Band II, Kapitel 3.4 und Fahrzeuggrenzen; geprüft 14.10.2026
- GOV.UK: Spalte 7a, Null und Massegrenzen für begrenzte Mengen; geprüft 14.10.2026
- HSE: getrennte LQ- und Kleinlastfreistellungen, nicht mitgezählte LQ-Pakete; geprüft 14.10.2026
- AirPost: Plattformmodell; Konstanten und Seite abgerufen 14.10.2026
Plane deine geeigneten Bürsten und Tücher separat, damit eine offene Gefahrgutprüfung den gewöhnlichen Zubehörversand nicht verdeckt.
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